HABC Zertifikat „Principles of legionella awareness“ für Dennis Böse

HABC Zertifikat „Principles of legionella awareness“ für Dennis Böse

Wir sind stolz darauf, dass unser Mitarbeiter Dennis Böse das Zertifikat „Principles of legionella awareness“ von der Highfield Awarding Body for Complience (HABC) erhalten hat.

Im Zuge der neuen Richtlinie VDI 2047 Blatt 2 „Hygiene bei Rückkühlwerken“ dient die Ausbildung bei der HABC und das Zertifikat bei der praktischen Umsetzung der neuen VDI 2047 Blatt 2 in Unternehmen mit offenen Verdunstungskühlern. Wir sind Ihnen gern behilflich bei der Erstellung Ihres Risikomanagements, der Risikoberwertung und dem Logbuch für eine transparente Einhaltung der VDI 2047 Blatt 2.

Wir freuen uns auf Ihren Anruf unter der 030-47 48 11 84 oder schicken Sie uns eine e-mail unter risk-management@inprona.de

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VDI 2047 Blatt 2 –  Was ist zu tun in meinem Unternehmen? (Risikobewertung – Risikomanagement – Logbuch)

VDI 2047 Blatt 2 – Was ist zu tun in meinem Unternehmen? (Risikobewertung – Risikomanagement – Logbuch)

Was sind Legionellen
Legionellen sind eine Gattung stäbchenförmiger Bakterien der Familie Legionellaceae. Die bedeutsamste Art ist die Legionella pneumophilia. Diese Art ist der Erreger der Legionärskrankheit oder Legionellose.

Legionellen sind natürlich vorkommende Bakterien, die sich überall im Süßwasser entwickeln können, so auch in Trinkwasserleitungen, Anlagen zur Trinkwassererwärmung, Klimaanlagen mit Sprühbefeuchtung oder Whirlpools.

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Optimale Lebensbedingungen sind Wassertemperaturen zwischen 25 – 50 °C, in denen sie sich rasant vermehren.
Die Aufnahme des lungengängigen Aerosols – z.B. beim Duschen, in klimatisierten Räumen mit Sprühbefeuchtung, in Whirlpools, Verdunstung von Kühltürmen o.ä. durch Vernebelung – kann zu schwer verlaufenden Erkrankungen führen.

Besondere Risikogruppen für eine Anfälligkeit von Legionellen sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, Personen die an Lungenkrankheiten leiden, Raucher und ältere Menschen ab 50 Jahren. Hervorzuheben wäre in diesem Fall, dass Männer weitaus empfindlicher gegenüber Legionellen reagieren als Frauen.

Die Krankheitsbilder sind das Pontiacfieber und Legionärskrankheit

Legionellenausbrüche
Der erste dokumentierte Ausbruch ereignete sich im Juli 1976. Bei einem Treffen der 58. American Legion im Bellevue Stratford Hotel Philadelphia erkrankten 221 Personen. 34 Personen starben an der Infektion. Das entspricht einer Sterblichkeitsrate von 15 %. Bei einer typischen Lungenentzündung (Pneumonia) liegt die Sterblichkeitsrate < 5 %.
Die Ursache lag an der Klimaanlage.
Interessant bei diesem Ausbruch war, dass von den 221 Erkrankten 72 Personen gar nicht in dem Hotel waren, sondern sich nur in der Nähe des Hotels aufhielten.

Weitere Legionellen Ausbrüche durch Kühltürme ereigneten sich:
2001 Murcia Spanien mit 449 Erkrankten und 6 Toten
2003 Harnes Frankreich mit 69 Erkrankten und 14 Toten
2004 Lidköping Schweden mit 32 Erkrankten und 2 Toten
2005 Toronto Kanada mit 127 Erkrankten und 21 Toten
2010 Ulm Deutschland mit 65 Erkrankten und 5 Toten
2013 Warstein Deutschland mit 165 Erkrankten und 3 Toten

Bei einem weiteren Ausbruch in Jülich im Jahr 2014 erkrankten nachweislich 39 Personen an einer Legionelleninfektion. Die Ursache konnte nicht 100 % -ig ermittelt werden.

Welche Gefahr stellen offene Kühlsysteme dar ?
Verdunstungskühlanlagen sind Kühlanlagen bei denen Wasser verrieselt oder versprüht wird oder anderweitig in Kontakt mit der Atmosphäre kommen kann.
In Verdunstungskühlanlagen mit offenem Kreislauf wird das Kühlwasser über Rieseleinbauten verteilt und gleichzeitig mit Luft gekühlt. Ein kleiner Teil des Kühlwassers verdunstet, wodurch der Kühleffekt entsteht. Das auf diese Weise gekühlte Wasser wird in einer Wanne aufgefangen. Die abzuführende Wärme wird mit der Abluft an die Umgebung abgegeben.
Durch die Verdunstung kommt es zu der Bildung von Aerosolen, über die auch Legionellen in die Außenwelt gelangen können.
Obwohl es hochmoderne Tropfenabscheider gibt, ist es nicht zu gewährleisten, dass es zu einem Aerosolaustrag kommt.
Um das Risiko für das Wachstum von Legionellen so gering wie möglich zu halten, ist der wichtigste Punkt, die Prävention.
Folgende 4 Punkte sind bei der Prävention besonders zu beachten:
1. Korrosion
2. Kalkablagerungen
3. Fouling
4. Mikrobiologische Aktivität
Korrosion:
Viele in Betrieb befindliche Kühltürme haben als Material verzinktes Stahlblech. Bei solchen Kühltürmen muss darauf geachtet werden, dass es nicht aufgrund eines zu hohen pH-Wertes zu einer Ablösung der Verzinkung kommt. Die Folge ist Korrosion (weißer Rost).
Ein weiterer Punkt sind Mischinstallationen im Rohrsystem und den Wärmeüberträgern. Es muss ein entsprechender Korrosionsschutz in das System geimpft werden. Korrosionsablagerungen bieten eine hervorragende Grundlage für das Wachstum von Legionellen.

Kalkablagerungen:
Kalk ist die lokale Ausfällung von normalen wasserlöslichen anorganischen Salzen. Beeinflusst wird die Bildung von Kalk durch die Konzentration von Kalzium und Magnesiumsalzen, der Alkalinität und dem pH-Wert, der Temperatur an den Oberflächen und im Wasser und von der Konzentration an vollständig gelösten Feststoffen.

Das Ergebnis von Kalk sind eine Verringerung der Wärmeübertragung, eine Verringerung der Durchflussraten und eine Verringerung an Effektivität. Auch diese Ablagerungen bieten eine sehr gute Grundlage für das Wachstum von Legionellen.

Um Härteausfällungen entgegenzuwirken sollten dem Kühlwasser Härtestabilisatoren zu geimpft werden. Die Härtestabilisatoren sollten entsprechend der Qualität des Zusatzwassers und der Konzentration im Umlaufwasser gewählt werden.

Fouling:
Der Begriff Fouling wird angewandt bei Ablagerungen von partikulären Materialen und Verunreinigungen wie z.B.:
a) unlösliche Korrosionsprodukte
b) Kalkablagerungen
c) Schlamm, Schmutz
d) luftgetragene Stäube

e) biologischer Materie wie Insekten, Pollen, Pflanzenmaterial inkl. der Bildung von Schleim.
Das Ergebnis hieraus kann Korrosion unter den Ablagerungen sein (Mikrobiologisch induzierte Korrosion( MIC), eine gesteigerte mikrobiologische Aktivität und eine starke
Vermehrung von Legionellen

Mikrobiologische Aktivität:
Die Behandlung des Kühlwassers ist entscheidend für die „Umwelt“ in der sich Mikroorganismen vermehren können. Die Wassertemperaturen, der pH-Wert, die Konzentration an Nährstoffen, die Anwesenheit von gelöstem Sauerstoff, Kohlendioxid, Sonnenlicht sowie große Oberflächen sind entscheidend für das Wachstum von Protozoen, Algen, Pilzen und Bakterien inkl. Legionellen.

Man unterscheidet bei den Mikroorganismen in festsitzende Organismen und den mobilen (planktonischen) Organismen. Beide Arten von Bakterien müssen kontrolliert und mit einem effektiven Gesamtprogramm behandelt werden.

Hier bieten Biocide eine Kontrolle der mikrobiologischen Aktivität. Sie sollen verhindern, dass es zu einem Wachstum an Mikroorganismen kommt – aber sie sind nicht geeignet, das System zu desinfizieren. Biozide werden in oxidierende und nicht-oxidierende Biozide unterschieden.

Biozide müssen gezielt entsprechend der jeweiligen Kontamination oder Belastung eingesetzt werden. Hier gilt, dass sehr viel nicht auch gleichzeitig sehr gut heißt. Es sollten Stoßdosierungen sein, die entsprechend den oben genannten Bedingungen geimpft werden. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, mit verschiedenen Bioziden im Wechsel zu arbeiten, um ein Gewöhnen der Mikrobiologie zu verhindern.

Aufgrund der 4 genannten Hauptprobleme ist ein Monitoring der Systemparameter und des Systems von großer Wichtigkeit.

VDI 2047 Blatt 2 – Was ist zu tun
Im Januar 2014 erschien der Entwurf VDI 2047 Blatt 2 die Richtlinie „Sicherstellung des hygienegerechten Betriebes von Verdunstungsanlagen“
Als Konsequenz aus dem ersten in Deutschland bekannt gewordenen Ausbruch wurde 2010 durch den Verein Deutscher Ingenieure (VDI) eine Arbeitsgruppe gegründet, um technische Regeln für einen hygienegerechten Bau und Betrieb von Verdunstungskühlanlagen zu erarbeiten.
In anderen europäischen Ländern gibt es ähnliche Verordnungen bereits seit längerer Zeit. Zum Beispiel erschien die 1. Auflage der britischen Legionellengesetzgebung ACoP L8 im Jahr 1991.

In der VDI 2047 Blatt 2 werden neben Hinweisen und Vorschlägen zu Konstruktion, Planung, Errichtung und Inbetriebnahme auch die Anforderungen an den Betrieb der Kühlanlagen, der Wartung und Inspektionen definiert. Darüber hinaus wird auch die sichere Kontrolle der Mikrobiologie beschrieben. Weiterhin wurden Richtwerte mit entsprechenden Maßnahmen der wichtigsten Mikroorganismen, im Besonderen Legionellen, erstellt.
Ein weiterer wesentlicher Punkt ist das richtige Verhalten bei Stillstandszeiten der Verdunstungskühler, da gerade in dieser Phase das höchste Risiko besteht.

Um einen Überblick über das Kühlsystem zu erhalten, empfiehlt sich ein Risikomanagement mit entsprechenden Checklisten (Logbuch) zu erstellen, in denen alle wichtigen Parameter, die in der VDI 2047 Blatt 2 besprochen werden und nachvollziehbar dokumentiert werden um das Risiko durch Mikroorganismen zu minimieren.

Aufgrund der Zusammenarbeit mit unserem britischen Partner können wir auf die über 20-jährige Erfahrung im Risikomanagement auf diesem Gebiet zurückgreifen. Wir helfen Ihnen bei der Erstellung der Risikobewertung, des Risikomanagements und der Erstellung entsprechender Checklisten, die Ihnen die Überwachung Ihres Kühlsystems leichter machen.
Wir beraten Sie gern bei der praktischen Umsetzung der VDI 2047 Blatt 2 in Ihrem Unternehmen.

Zu weiteren Informationen stehen wir Ihnen gern unter der Telefonnummer 030-47 48 11 84 zur Verfügung oder senden Sie uns eine e-mail an risk-management@inprona.de

CPD Certificate für Dennis Böse

Vom 27. – 29. April war unser Mitarbeiter Dennis Böse zu Gast bei der B&V Training Academy. In diesem Zeitraum absolvierte er das CPD Certificate „Principles of Legionella Awareness & Risk Assessment Management“. Wir freuen uns sehr, dass Herr Böse dieses Zertifikat erhalten hat. Es ist ein wichtiger Schritt um unseren Kunden bei der Umsetzung von Maßnahmen gegen Legionellen und Keimen in wasserführenden Systemen zu unterstützen.

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